Berufliche Risiken wie z. B. die Schädigung einer Person sind in der Fotobranche vielleicht auf Anhieb nicht so ersichtlich wie etwa in einem Handwerks- oder Industriebetrieb. Doch auch bei der Ausübung der Fotokunst, sei es im Freien oder in einem Fotostudio, können Schadensfälle eintreten. Eine Berufshaftpflichtversicherung wird hier schon deshalb relevant, weil die private Haftfplichtversicherung die erwähnten Risiken selten abdecken wird.

Berufshaftpflicht und damit verbundene Leistungen

Eine Berufshaftpflicht ist, anders als der Name es vermuten lässt, nicht in jedem Fall verpflichten. Einige vom Gesetzgeber als besonders riskant eingestufte Sachverhalte unterliegen der Haftpflicht, dazu gehört zum Beispiel die bekannte Kfz-Haftpflicht. Ansonsten sind Berufshaftpflicht-Versicherungen freiwillig. Sie entstehen durch Abschluss eines Versicherungsvertrages mit einem Versicherer zu dem Zweck, den Versicherungsnehmer gegen Vermögensnachteile abzusichern.Diese Nachteile treten dadurch ein, dass Dritte den Versicherungsnehmer aufgrund von Schadensersatzansprüchen in Regress nehmen.

Die Höhe der Versicherungssumme und die Bedingungen, unter denen der Versicherer die Zahlung übernimmt, werden häufig durch diesen einseitig festgelegt. Grundsätzlich deckt die Berufshaftpflicht all jene Schadensfälle ab, die im Rahmen des laufenden Betriebs oder in der Ausführung der Tätigkeit des Versicherungsnehmers eintreten und eine nicht unerhebliche Schadenssumme nach sich ziehen können. Klassische Fälle sind Beratungsfehler von Anwälten oder Behandlungsfehler von Ärzten. Aber auch das Fotografieren von Menschen birgt so manche Gefahr, gegen deren Folgen eine Berufshaftpflicht Fotografen absichern kann.

Berufshaftpflicht für Fotografen und Fotostudios

Zu denkbaren Schadensfällen kann es beispielsweise kommen, wenn ein Kunde durch Fotogerätschaften verletzt wird. Dies könnten ein umstürzendes Kamerastativ, ein falsch verlegtes Kabel und andere Einrichtungsgegenstände eines Studios sein. Auch Zwischenfälle im Freien können, wenn sie in engem Zusammenhang mit der Tätigkeit des Fotografierens stehen, zu einem Schadenseintritt führen, welcher Ersatzansprüche begründet.

Im Übrigen muss der Schadenseintritt nicht vom Fotografen selbst verursacht worden sein, sondern es genügt die Verantwortlichkeit eines Angestellten, der im Auftrage des Fotografen tätig wurde. Für sogenannte Erfüllung- oder Verrichtungsgehilfen kann eine Haftung des Fotografen gesetzlich begründet werden. Auch in diesen Fällen sichert eine Berufshaftpflicht gegen vermögensschädigende Folgen ab.

Sonderfall: allgemeines Persönlichkeitsrecht

Ein sehr häufiger Klagegrund im Zusammenhang mit Fotografien ist die Verletzung des Rechts am eigenen Bild, welches sich aus dem vom Grundgesetz gesicherten allgemeinen Persönlichkeitsrecht speist. Veröffentlicht ein Fotograf etwa unrechtmäßig Bilder des Kunden oder gibt sie ohne Einwilligung an Dritte weiter, so dass diese die Bilder für ihre eigenen Zwecke veröffentlichen können, ist eine Persönlichkeitsrechtsverletzung im Allgemeinen zu bejahen. Die Gerichte tendieren in solchen Fällen, wenn es sich um Privatpersonen handelt, zu einer klägerfreundlichen Rechtsprechung. Anders verhält es sich bei Personen des öffentlichen Lebens, denn diese müssen Beeinträchtigungen ihres Persönlichkeitsrechts aufgrund ihrer öffentlichen Wirkung eher hinnehmen. Wenn auch nicht das Ausmaß berüchtigter amerikanischer Urteile, so können auch in Deutschland die vom beklagten Fotografen aufgrund einer Persönlichkeitsrechtsverletzung zu tragenden Kosten empfindliche Höhen einnehmen.

Im Vorfeld derartiger Ereignisse kann die Beratung durch einen Versicherungsmakler zu einer passgenauen Versicherung verhelfen, welche, verbunden mit einer Rechtsschutzversicherung, auch gleich etwaige Gerichts- und Anwaltskosten abdeckt.

3 Responses

  1. Miriam

    Unfälle können leider immer und überall passieren. Sollte wirklich mal jemand durch ein umfallendes Stativ o.ä. verletzte werden übernimmt das die Berufshaftpflichtversicherung. Bei reinen Vermögensschäden, also Schäden die nur von monetärer Natur sind, haftet die Berufshaftpflicht meist leider nicht, da der Schaden nicht aus einem Personen- oder Sachschaden hervor geht. Für reine Vermögensschäden benötigt man eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

    VG
    Miriam

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  2. Sera

    Hallo.
    Super Artikel, sehr informativ und ansprechend. Vielen Dank dafür. Mein Onkel ist Fotograf, werde ich ihm mal zeigen diese Seite.
    Gruß und alles Gute für die Zukunft,
    Sera

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  3. Ilona

    Das ist unglaublich was es nicht alles für Versicherungen gibt. Von der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung habe ich noch nie gehört. Bei monetären Schäden hätte ich eigentlich auch gedacht, dass die Berufshaftpflichtversicherung zum Einsatz kommt. Aber gut, dass ich das hier gelesen habe, vielen Dank. Wieder was dazu gelernt.

    Gruß,
    Ilona

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