Berufsfotografen sehen die Porträtfotografie als die hohe Kunst ihres Faches an. Wenn Du Dich im Atelier eines Fotostudios aufhältst, umgeben Dich Lichtschirme, Stative, Scheinwerfer und viele andere Einrichtungen. Sie alle dienen dazu, das Modell richtig beleuchtet in Szene zu setzen. Selbst in einem solchen Atelier wird immer wieder an der besten Einstellung getüftelt, um die Konturen eines Gesichtes nicht zu scharf zu zeichnen.
Wie verhalten sich jedoch Hobbyfotografen, denen zur Porträtfotografie kein solches Atelier zur Verfügung steht. Können sie dennoch diese hohe Kunst zumindest teilweise umsetzen?

Geeignete Technik ist Voraussetzung

Du solltest Dich nicht von dem Glauben verleiten lassen, dass eine einfache Digicam gute Porträtfotos erzeugen kann. Zwar leisten viele dieser kleinen und handlichen Apparate erstaunlich gute Bilder. Ihr Mangel wird erst sichtbar, wenn Du das gleiche Motiv nacheinander mit einer solchen Digicam und dann mit einer Kompaktkamera mit externem Blitz ablichtest. Das Phänomen heißt Licht. Ein interner Kamerablitz ist für die Porträtfotografie nicht lichtstark genug und kann ein Gesicht niemals so korrekt ausleuchten wie ein externer, also aufgesteckter, Blitz. Viele Megapixel und sonstige in der Werbung angepriesene Wunderdinge kannst Du vernachlässigen. Ausschlaggebend ist das Licht und dazu gehören eine Kamera mit Blitzschuh sowie ein Aufsteckblitz.

Porträtfotografie in Innenräumen

Kontrolliere Dein Modell vor der Aufnahme. Du glaubst nicht, wie schnell eine Haarsträhne verrutscht ist oder ein Hemdknopf offen steht. Postiere Dein Modell vor einer möglichst neutralen Wand. Nichts sieht unschöner aus, als wenn der Zweig aus einer Vase wie ein Geweih aus seinem Kopf sprießt. Fast alle Modelle sind bei der ersten Aufnahme noch unsicher und stellen sich direkt vor die Wand. Löse Dein Modell davon, indem Du es mindestens drei Schritte vom Hintergrund entfernt aufstellst. Sonst misst sich Deine Kamera auf den Hintergrund ein und Dein Modell wird unscharf.
Schaffe durch Deine eigene Sicherheit eine lockere Atmosphäre. Das gelingt bei Hobbymodellen erst nach mehreren Aufnahmen. Lass Dein Modell freundlich und nicht übertrieben lächerlich in die Kamera schauen.
Der Rest ist Licht und immer wieder Licht. Benutze alles Licht, welches Dir im Raum zur Verfügung steht, und schalte zusätzlich Deinen externen Blitz ein.

Porträtfotografie im Freien

Für die Kontrolle des Modells, Atmosphäre und Technik gilt das Gleiche wie in Innenräumen. Im Freien musst Du jedoch zusätzlich das Problem der Umgebung bewältigen. Die besten Porträtaufnahmen im Freien gelingen an einem leicht bedeckten Tag im Schatten, mit Deinem externen Blitz und weit weg von einem neutralen Hintergrund. Das ist viel auf einmal und nicht leicht umzusetzen.
Bei Sonnenschein darfst Du Dein Modell nie vor einen hellen Hintergrund stellen. Sein Gesicht wird bleich wie eine Kalkwand und es fehlt jeglicher Kontrast. Ideal ist ein dunkler Hintergrund, beispielsweise die Krone eines großen Baumes. Aber auch dann darf kein direktes Sonnenlicht auf das Gesicht fallen, denn es würde Schatten werfen. Verwende auch hier Deinen externen Blitz. Er sorgt automatisch für die ausreichende Beleuchtung.

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